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Die Herrschaft auf Poel teilten über Jahrhunderte mehrere Ritterfamilien, das Herzoghaus Meck-lenburgs, das Heiliggeiststift und das Domkapitel zu Lübeck mit dem dazugehörigen Kloster Cis-mar. Zur Zeit der Reformation war Poel – abgesehen von nur wenigen Ländereien der Familie von Stralendorff – eine „lübsche“ Insel. Der damalige Herzog, Johann Albrecht I, versuchte 1555 die Insel an sich zu reißen. Es folgte ein dreiundvierzigjähriger Gerichtsprozess, der 1598 mit einem Vergleich endete. Der Herzog erwarb von der Familie von Stralendorff und von dem Domkapitel zu Lübeck etwa 2/3 der Insel. Das westliche Drittel der Insel gehörte dem Heiliggeiststift zu Lü-beck bis 1802. Nach Klärung der Besitz- und Herrschaftsverhältnisse begann Herzog Adolf Fried-rich I 1612 mit dem Bau eines Schlosses unweit von der Kirche. Die Kirche wurde in die Schloss-anlage integriert und wurde von Erdwällen umgeben (das so genannte „Hornewerck“). Nach dem Westfälischen Frieden von 1648 erhielt das Königreich Schweden den herzoglichen Teil der Insel. Dieser Teil von Poel gehörte zum schwedischen Krongut bis 1903.
Im Inneren der Kirche befinden sich zwei Altäre aus dem 15. Jh. Der Hauptaltar (um 1420) zeigt im Schrein die „Krönung der Maria“. Der Schrein ist von geschnitzten Apostelfiguren umgeben, unten von weiblichen Heiligenfiguren in Halbgestalt. In einem kleineren Seitenaltar ist eine Ma-donna im Strahlenkranz zu sehen. Die Darstellung der Weihnachtsgeschichte gemäß der Vision von Brigitta von Schweden (Christuskind nackt auf dem Boden) und die Darstellung der Anbetung der hl. drei Könige (gezeigt nach der Tradition der drei Lebensalter) sind interessante Merkmale dieses Altars aus der Zeit um 1470. In der Nische rechts neben dem Hauptaltar ist auch eine selte-ne Grabplatte aus der frühen Bauzeit der Kirche. Es ist auf dieser Steinplatte aus gotländischem Kalkstein ein dänisches Scheibenkreuz in frühgotischem Stil zu sehen. Diese Art von Grabplatte – häufig in Dänemark und auf Gotland zu finden – ist in Deutschland sonst nicht bekannt.
Die Kirchgemeinde Poel lädt herzlich zu ihren Gottesdiensten in diesem wunderbaren Gotteshaus ein. Im Sommer finden hier auch jeden Mittwochabend Konzerte statt. Die Kirchgemeinde selbst besteht zum größten Teil aus altansässigen Poelern, den Nachkommen ehemaliger „Flüchtlingen“ und neu Zugezogenen. Die Nähe zur ehemaligen Grenze, die damals starke Präsenz des Militärs und der starke Einfluss der damals parteitreuen Schule machen sich im Gemeindeleben noch be-merkbar. Gleichzeitig sieht sich die Kirchgemeinde vor die Aufgaben gestellt, die sich an einem beliebten Urlauberort ergeben, Aufgaben, von denen auch neue Impulse in die Gemeinde ausgehen.

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